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Architekturkultur
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David Kohn Architects

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Ort: Berlin-Kreuzberg
Bauaufgabe: Umbau und Sanierung
Nutzung: Gewerbe
Gesamtfläche: ca. 332 qm NF)
Fertigstellung: 2019

Für unsere Berliner Repräsentanz haben wir gemeinsam mit David Kohn Architects (London) das Hochparterre des denkmalgeschützten „Palais Eger“ in Berlin-Kreuzberg renoviert und umgestaltet. Das großbürgerliche Gebäude war 1881 von einem prosperierenden Holzhändler als private Villa errichtet worden. In den mit Holzeinbauten und Intarsien reich verzierten Räumen des Hochparterres führte der Händler den Kunden seine Produkte vor.

Um an diese historische Mischung aus kaufmännischer und wohnlicher Nutzung anzuknüpfen, dreht sich das Konzept von uns und David Kohn Architects um die Idee „produktiver Wohnlichkeit“. Die Architekten ließen sich von dem klassizistischem Londoner Architekten Sir John Soane inspirieren, in dessen Privatmuseum aus dem 19. Jahrhundert die Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten fließend sind. Soanes "städtische Interieurs" sind eine Mischung aus repräsentativen Haupträumen mit vorrangig öffentlichem Zweck und privaten Rückzugsräumen.

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So ist auch unser Berliner Büro als Sequenz wohnlicher und zugleich repräsentativer Räume mit flexibler Raumnutzung konzipiert. Darin ist der zentrale Salon tagsüber informeller Treffpunkt und Lounge für Mitarbeiter und Kunden, kann aber auch für Ausstellungen oder Abendveranstaltungen genutzt werden, die sich nach Bedarf auf die weiteren Räumlichkeiten erstrecken können. Büroräume, Küche und Bäder fungieren wie selbstverständlich auch als Showrooms, in denen sich unser hoher Anspruch an Detailierung und Materialität wiederspiegelt.

Das denkmalgeschützte Interieur der Belle Epoque wurde sorgsam in das Konzept eingebunden. Das großzügige Entrée empfängt den Besucher mit kunstvoll bemalte Holzverkleidungen, Friese und Decken. Im anschließenden Hauptsalon findet sich ein Intarsien-Parkett sowie Wandvertäfelungen aus dunkler Eiche, Pilaster führen zu einem vergoldeten Fries, der eine kunstvolle Holzdecke rahmt. Im bewussten Kontrast zu dieser historischen Ornamentik und Materialität stehen ausgewählte zeitgenössische Objekte und Möbel. Besonders markant ist der flächige Einsatz von Farbe: in jedem Raum kontrastieren jeweils zwei Wandfarben miteinander. Wie eine zeitgenössische Interpretation der Wandvertäfelung erzeugen sie von Raum zu Raum unterschiedliche Stimmungen.

Die
Geschichte
des Palais Eger

Als repräsentatives Wohn- und Geschäftshaus ließen sich die Brüder Carl und Paul Eger im Jahr 1881 eine Stadtvilla mit Blick auf den Landwehrkanal errichten. Zuvor hatten sie von ihrem Vater einen rasant wachsenden Holzgroßhandel über-nommen, mit dem sie auch künftig auf dem Grundstück am Tempelhofer Ufer 11 expandieren wollten. Das herrschaftliche Palais ließen sie sich 300.000 Goldmark kosten – zu jener Zeit nicht nur eines der teuersten Wohngebäude der Stadt, sondern auch ein Unikat in einer Gegend, die von Mietskasernen und Offiziers-unterkünften geprägt war. Obwohl damals nur selten über private Neubauten berichtet wurde, wies die Deutsche Bauzeitung von 1890 bereits auf die hervorragende Architektur des Wohn-hauses hin. Nach Planungen der Architekten Knoblauch & Wex beherbergte die Villa zwei übereinanderliegende Wohnungen mit jeweils 17 Zimmern mit reichen Wandvertäfelungen aus dunkler Eiche und Intarsien-Parkett. Speisesäle und Entrées wurden mit Pilastern, fein geschnitzten Kassettendecken und Ornamentenstuck aus Eiche und Kiefernholz geschmückt.

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Es ist bemerkenswert, dass das Interieur trotz der bewegten Geschichte des Palais Eger weitestgehend erhalten blieb: In den 1920er Jahren von einer Siemens-Tochtergesellschaft übernommen, wurde es um sechs Geschosse aufgestockt und als Büro- und Gewerbebau genutzt. Auch später wurde es mehrfach umgebaut – 1954 zur Schneiderwerkstatt, 1974 zum Arbeiterinnenwohnheim und 1996 zur temporären Unterkunft für Kriegsflüchtlinge. Nachdem das gründerzeitliche Schmuckstück fast in Vergessenheit geraten war wurde es 1999 aufwendig instandgesetzt und restauriert.

Das Palais Eger ist inzwischen Bestandteil des denkmalgeschützten Ensembles Großbeerenstraße. In der Remise ließ sich vor 30 Jahren der Berliner Mäzen und Sammler Männe Stober nieder, um seine Sammlung junger Künstler der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 2009 bis 2014 bezog eine Dependance der New Yorker Galerie Moeller Fine Art das Hochparterre, und stellte dort Künstler der klassischen Moderne aus. Seit 2019 ist das Palais unsere Repräsentanz in Berlin.

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Die
Architekten

David Kohn Architects (DKA) ist ein preisgekröntes Londoner Architekturbüro, mit einem internationalen Portfolio an Kunst-, Bildungs- und Wohnbauprojekten...

Die Lage